Die hier besprochene Forschung mag auf den ersten Blick innovativ erscheinen, doch nichts könnte ferner von der Wahrheit sein! Die ersten Versuche zum Eye-Tracking wurden bereits im späten 19. Jahrhundert vom französischen Forscher Louis Émile Javal unternommen. Natürlich konzentrierten sie sich dabei nicht auf die Beobachtung der Augen von Menschen, die im Internet surften. Sie untersuchten vielmehr, wie Menschen geschriebene Wörter lesen, welche Wörter den Blick besonders lange fesseln und welche Wörter wie ein blendender Magnet wirken – sie ziehen den Blick an, sorgen aber gleichzeitig dafür, dass der Leser nichts weiter als das Wort sieht.
Frühere und neuere Marktforschungsstudien auf Basis von Eye-Tracking haben gezeigt, dass Nutzer beim Surfen im Internet nur wenigen Zeilen von links nach rechts die größte Aufmerksamkeit schenken. Wichtige Informationen sollten daher ganz am Anfang des Textes platziert werden, möglichst am linken Rand. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hervorhebung wichtiger Elemente durch Fettdruck oder Unterstreichung, da die Leser nachweislich nicht den gesamten Text lesen, sondern nur die charakteristischsten Elemente auswählen. Eye-Tracking-Studien der letzten Jahre zeigen zudem einen interessanten Trend: Eine Werbeform, die Bannerwerbung, verliert deutlich an Interesse. Dies liegt höchstwahrscheinlich daran, dass sich die meisten Nutzer an die Flut von Werbung gewöhnt haben und ihr Gehirn diese nicht mehr beachtet. Sie werden als Hindernisse betrachtet, die umgangen werden müssen, um den restlichen Text zu lesen. Auch die Auswahl der Bilder, die den präsentierten Inhalt begleiten, ist entscheidend. Untersuchungen zeigen, dass unser potenzielles Publikum Bilder, auf denen eine Person direkt in die Kamera blickt, empfänglicher findet. Die Menge und Platzierung des Textes auf einer Website spielt eine wichtige Rolle für deren Wahrnehmung. Es stellt sich heraus, dass sowohl eine zu große als auch eine zu geringe Informations-/Textdichte die Fähigkeit eines potenziellen Publikums, Informationen aufzunehmen, negativ beeinflusst.






